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Diese Geschichte ist ein Beitrag zur Blogparade „Mein Lieblingswald“ auf www.ferngeweht.de !

Welches ist mein Lieblingswald? Was zunächst wie eine einfache Frage anmutete, entpuppte sich bald als herausfordernde Aufgabe. Denn Wälder ziehen mich im Allgemeinen wie magisch an, und dementsprechend viele, oft aussergewöhnliche, habe ich bereits besucht. Doch einer dieser Wälder ist mir stets als unübertroffen in Erinnerung geblieben – aufgrund seiner einzigartigen Bäume und einer atemberaubenden Begegnung mit seinen tierischen Bewohnern.

Und da diese Bäume zudem faszinierende Chemie in sich bergen, kann ich diesen Wald mit Fug und Recht hier als meinen Lieblingswald präsentieren:

Der Sequoia- und Kings Canyon – Nationalpark in der Sierra Nevada im äussersten Westen der USA

Wald der Giganten

Sommer 2014. Mein Lebensgefährte und ich sind mit dem Mietwagen auf der Strasse hinauf in die Sierra Nevada. In endlosen Kurven und Windungen schlängelt sich die Zufahrt zum Sequoia-Nationalpark in dieses Hochgebirge hinauf. Die Landschaft ist auf dieser Höhe bewaldet. Links und rechts von uns ragen schlanke, hochstämmige Grau-Tannen (Abies concolor ssp. lowiana) Dutzende Meter in schwindelnde Höhen. Diese Bäume überziehen ganze Berghänge mit eindrucksvollen, von einfallenden Sonnenstrahlen erhellten Säulenwäldern. Doch was wir hier eigentlich suchen, haben wir noch gar nicht gefunden.

Als schliesslich nach einer weiteren Kurve zwei unglaublich mächtige, leuchtend rote Stämme, ein jeder gefühlt so breit wie das Asphaltband vor uns, gleich einem Portal die Strasse einrahmen, verschlägt es uns schier den Atem. Unsere Blicke wandern nach oben, enden unvermittelt am oberen Rand der Windschutzscheibe, ehe wir diese Bäume in ihrer ganzen Höhe erfassen können.

Zufahrt zum Sequoia Nationalpark

(Bild: mit freundlicher Genehmigung von © Reto Lippuner)

Es handelt sich um Riesen-Mammutbäume (Sequoiadendron giganteum), die grössten Bäume der Welt. Die „grössten“ heisst, die massigsten Bäume der Welt. Denn die höchsten Bäume der Welt sind die nah verwandten Küsten-Mammutbäume (Sequoia sempervirens), auch „Redwoods“ genannt, die man einige hundert Kilometer von hier im nach ihnen benannten Nationalpark finden kann. Doch was das Volumen und damit die Masse ihrer hölzernen Teile betrifft, kann kein irdischer Baum mit Sequoiadendron giganteum mithalten.

So ist der mächtigste lebende Riesen-Mammutbaum, genannt „General Sherman“ nach dem Bürgerkriegs-Feldherrn – wir sind ihm später an diesem Tag noch begegnet – 83,8 Meter hoch, wobei sein Stamm am Boden einen Durchmesser von rund 10 Metern hat, was einen Umfang von über 30 Metern ergibt! Das Volumen dieses Baum-Riesen wird auf 1469 Kubikmeter geschätzt, seine Masse ergibt sich daraus zu 2100 Tonnen.

General Sherman Tree – Einfach zu gross für ein Foto (Bild: mit freundlicher Genehmigung von © Reto Lippuner)

Um so gewaltig gross zu werden, braucht ein Baum enorm viel Zeit. So ist der älteste bekannte Riesen-Mammutbaum gemäss einer Zählung seiner Jahresringe rund 3500 Jahre alt. Innerhalb dieser wahrhaft biblischen Zeitspanne wächst solch ein Baum – so wird angenommen – etwa 800 Jahre lang in die Höhe, ehe er mit weiter zunehmendem Alter stetig dicker wird.

Nach unserer ersten Begegnung mit diesen Baum-Giganten steuern wir rasch einen der vielen Parkplätze in der Nähe eines der Haine an, in welchen stets mehrere Riesen zusammen stehen, um uns die gewaltigen Bäume näher anzusehen.

Indem sie in solchen Hainen dicht beieinander stehen, schützen sich die Riesen gegenseitig vor ihrem grössten natürlichen Feind: Stürmischem Wind, der einen einzelnen der hoch aufragenden Stämme auffallend leicht umwerfen kann. Denn ungeachtet ihrer gewaltigen Grösse reichen die Wurzeln der Riesen-Mammutbäume nicht besonders tief.

Aus der Nähe besehen wirken die massigen Stämme jedoch ebenso unverrückbar wie ein Fels. Die rote Rinde erscheint faserig und geradezu weich. Unerreichbar hoch über uns tragen knorrige, vergleichsweise kurze Äste eine grüne, segmentierte Baumkrone. Der Boden unter unseren Füssen ist mit Myriaden winziger Nadeln bedeckt, hier und da liegen etwa hühnereigrosse grüne und fest verschlossene Zapfen.

Der Riesen-Mammutbaum ist ein immergrüner Nadelbaum aus der Familie der Zypressen mit leuchtend rostroter Rinde. Ein grosses Exemplar kann rund um das Jahr etwa 11’000 Zapfen zeitgleich tragen, wobei einzelne Zapfen bis zu 20 Jahre in den Zweigen hängen können. Diese Zapfen sind lebende Teile des Baumes: Ihre grüne Farbe verrät, dass sie wie Blätter oder Nadeln zur Photosynthese, der Gewinnung von Traubenzucker als Nährstoff aus Kohlenstoffdioxid und Wasser mit Lichtenergie, fähig sind. Ein Zapfen enthält etwa 230 Samen. Insgesamt 300’000 bis 400’000 Samen werden jährlich aus den Zapfen abgegeben und erreichen im Luftzug bis 180 Meter von „ihrem Baum“ entfernt den Boden.

(Bild: mit freundlicher Genehmigung von © Reto Lippuner)

 

Zwischen den mächtigen Stämmen fühle ich mich klein und unbedeutend- und empfinde grosse Ehrfurcht vor diesen uralten, nahezu unsterblich anmutenden Lebewesen. Gleichzeitig drängt es mich, dem Geheimnis ihrer Langlebigkeit auf den Grund zu gehen.

Wie erreichen Sequoias ihr biblisches Alter?

Um mehrere Jahrtausende zu überdauern, muss ein Riesen-Mammutbaum fortlaufend den verschiedensten Naturgewalten trotzen: Nebst Stürmen den kalten, schneereichen Wintern in der Sierra Nevada, im Sommer den in der Gegend häufigen Waldbränden, sowie Parasiten und anderen Fressfeinden.

Der beste Schutz eines Baumes ist bekanntlich seine Rinde. Und dementsprechend nimmt die Rinde der Riesen-Mammutbäume ihren Besitzern wahrlich angemessene Ausmasse an: Sie wird bis zu 70 Zentimeter dick!

Ein solch dicker Mantel hält einen Baum natürlich warm, selbst wenn sein Stamm von einer tiefen Schneewehe umgeben ist, während eine weitere solche schwer lastend in seiner Krone hängt. Dazu, dass der Mammutbaum unter dem Gewicht des ganzen Schnees nicht zusammenbricht, tragen jedoch besondere Inhaltsstoffe seiner Rinde und seines Holzes bei: Tannine.

Wie Gerbstoffe ungeniessbar machen

Tannine, zu Deutsch „Gerbstoffe“, gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen, sind also von Pflanzen – zum Beispiel Riesen-Mammutbäumen – hergestellte Verbindungen, die nicht am eigentlichen Stoffwechsel der Pflanzen teilhaben, sondern darüber hinaus besondere Aufgaben übernehmen. Wie zum Beispiel die Abwehr von Fressfeinden.

links: Corilagin,ein Beispiel für einen Gerbstoff, rechts: Phenol, nach dem die reaktiven Atomgruppen der Tannine benannt sind

Tannine bestehen aus mittelgrossen Molekülen, die mehrere aromatische 6-Ringe („Benzolringe“) enthalten, welche wiederum mindestens eine, meist mehrere OH-Gruppen tragen. Damit erinnern diese Ringe an den aromatischen Alkohol „Phenol“, weshalb sie auch „phenolische Gruppen“ genannt werden. Phenol wiederum ist kein gewöhnlicher Alkohol, denn das H-Atom der OH-Gruppe am Benzolring lässt sich leichter vom Rest des Moleküls lösen, als bei anderen Alkoholen, was Phenol zu einer vergleichsweise starken Säure macht (vergleichbar etwa mit Blausäure, HCN).

Ähnlich verhält es sich auch mit den phenolischen Gruppen der Tannine. So sind Tannin-Moleküle nicht nur sehr gut wasserlöslich (warum OH-Gruppen zu Wasserlöslichkeit führen kannst du in hier in der Geschichte zu den Vitaminen nachlesen), sondern können dank ihrer zahlreichen OH-Gruppen mit vielen anderen Molekülen oder Atomgruppen zeitgleich Reaktionen eingehen.

Das befähigt Tannine dazu, sich mit verschiedenen Proteinen und anderen Biomolekülen oder ihren Teilabschnitten zu verbinden, sie miteinander oder mit sich selbst zu vernetzen und damit regelrecht zu verkleben und unbrauchbar zu machen. Wenn ein Lebewesen ausgiebig von tanninhaltigen Materialien frisst, trifft die Klebewirkung der Gerbstoffe zunächst seine Verdauungsenzyme und verdirbt ihm buchstäblich den Magen (oder im Falle von Einzellern die entsprechenden Zell-Bestandteile („Organellen“)).

Auf Tierhäute losgelassen führen Tannine so zur Entstehung von widerstandsfähigem Leder, was ihnen ihren Namen einbrachte (englisch „tanning“ = Gerben). In Holz und Rinde von Riesen-Mammutbäumen sorgen sie dafür, dass vor allem Kleinstlebewesen, die die Bäume anzunagen versuchen, sich die Organellen verderben und in Folge dessen absterben. Damit ist nicht nur lebendes, sondern auch totes Mammutbaum-Holz resistent gegenüber Pilzen, Bakterien und anderen fleissig-gefrässigen Zersetzern: Es wird nicht morsch und verrottet nicht.

„Tunnel Log“ : Dieser Riesen-Mammutbaum ist Ende 1937, also vor rund 70 Jahren, auf die Strasse gekippt und liegt seitdem von Moder und Bewuchs unberührt dort! (Zum Grössenvergleich: Ich fahre hier einen KIA Sorento, also einen mittelgrossen Geländewagen!)(Bild: mit freundlicher Genehmigung von © Reto Lippuner)

Mammutbäume und Feuer: Eine besondere Beziehung

Die wahrscheinlich erstaunlichste Eigenschaft der Mammutbaum-Rinde ist wahrscheinlich ihre Feuerfestigkeit. In den meisten Wäldern ist ein Waldbrand Grund zu erheblicher Besorgnis und Ursache kahl gebrannter, lebloser Flächen im Nachhinein. Auf dem Moro Rock, einem über 2000 Meter hohen Aussichtsgipfel nahe der Hauptstrasse durch den Sequoia Nationalpark, fanden wir jedoch eine Hinweistafel, dass die Sichtung eines möglichen Waldbrandes hier kein Grund zur Beunruhigung ist – im Gegenteil:

Riesen-Mammutbäume sind nicht nur weitgehend feuerfest, sie profitieren sogar von kleineren Waldbränden in ihrer unmittelbaren Umgebung!

Sobald solch ein Baumriese nämlich ein gewisses Alter erreicht und seine Krone hoch über dem Boden erhoben hat (ein junger Mammutbaum, wie man sie zuweilen auch in Europa findet, ähnelt von Weitem einer zu gross geratenen, aber gewöhnlichen Tanne mit Zweigen fast bis zum Boden), reicht ein Waldbrand, wie er zum Beispiel durch Blitzschlag im trockenen Sommer ausgelöst werden kann, nurmehr einen Teil seines Stammes empor. Und aus dessen nackter, dicker Rinde wird bei grosser Hitzeentwicklung Flüssigkeit freigesetzt, die beim Verdampfen Wärme abführt (die „Verdampfungswärme“ entspricht der „Schmelzwärme“, über die du hier nachlesen kannst) und das Material vor dem Entflammen bewahrt.

So sind die einzigen Spuren, die ein solches Feuer an einem Riesen-Mammutbaum hinterlässt, oftmals geschwärzte Bereiche am bodennahen Ende des Stammes, wenn die Oberfläche der (immerhin 70 cm dicken!) Rinde allem Schutz zum Trotz ein wenig verkohlt ist.

Vom Feuer ausgehöhlt und gross genug, um darin zu wohnen… (und die Baumkrone ist quicklebendig!)

…und der Ausblick aus dem „Wohnzimmer“

Die kleineren Grautannen und das Unterholz ringsumher brennen hingegen nieder, sodass der überlebende Riesen-Mammutbaum nach einem Feuer viel Raum zum Wachsen und das dafür notwendige Sonnenlicht und zudem eine ganze Menge fruchtbarer Asche zu seinen Wurzeln wiederfindet. Da ist es nur praktisch, dass die vom Feuer aufsteigende heisse Luft die Zapfen in der Baumkrone dazu bewegt, sich vermehrt zu öffnen und ihre Samen freizugeben. Die fallen damit nämlich auf besonders fruchtbaren, von Konkurrenzpflanzen freien Boden und können dementsprechend gut gedeihen.

 

Leben in und um die Riesen-Mammutbäume

Neben der ungewöhnlich belebenden Wirkung des Feuers profitieren Riesen-Mammutbäume auch von tierischen Aussaat-Helfern, wie dem Douglas-Eichhörnchen (Tamiasciurus douglasi), das gerne von den Zapfen frisst und dabei nicht selten einen Samen fallen lässt, und einem im Park heimischen Bock-Käfer (Phymatodes nitides, „longhorn beetle“), dessen Larven sich in die Zapfen bohren und dabei Samen freisetzen.

Neben unzähligen Vögeln in den Kronen (im Westen Nordamerikas haben wir oft für uns Europäer ungewöhnlich blaue Diademhäher (Cyanocitta stelleri, „Steller’s jay“) beobachten können) und für unsere Verhältnisse grossen Eidechsen leben im Schatten der Baumriesen verschiedene kleinere und grössere Säugetiere. Den Maultierhirschen (Odocoileus hemionus) begegnet man in den waldreichen Nationalparks Nordamerikas im Sommer fast zwangsweise, denn die Tiere sind nicht scheu und Touristen offenbar gewöhnt. In einem dunklen Winkel hatten wir das Glück, einen Blick auf einen davonhuschenden Fuchs zu erhaschen.

Eine wirklich atemberaubende Begegnung, die dazu beiträgt, dass der Sequoia-Nationalpark mir als „Lieblingswald“ im Gedächtnis geblieben ist, hatten wir jedoch am „Big Trees Trail“, der im touristischen Herzen des Parks auf Holzstegen um eine weite, von mächtigen Riesen-Mammutbäumen umstandene, grüne Lichtung führt.

Auf halbem Weg entlang des Trails tauchte nämlich in der Mitte dieser Lichtung eine Schwarzbärin auf, die anscheinend nichts besseres zu tun hatte, als uns und zahlreichen auf uns auflaufenden Spaziergängern ihre drei Jungen entlang des Weges vorzuführen. Die folgenden Bilder sind dabei mit dem Allzweck-Objektiv ohne Zoom oder vergrössernde Optik entstanden – die Kleinen haben tatsächlich nur wenige Meter vor unseren Füssen gespielt!

(Bild: mit freundlicher Genehmigung von © Reto Lippuner)

Wie alle Bären im Park ordnungsgemäss markiert und mit GPS-Peilsender versehen: Mama Bär Nr.65 mit zwei ihrer drei Jungen

Kleine Bärchen – grosser Baum (Bild: mit freundlicher Genehmigung von © Reto Lippuner)

Verhaltens-Regeln für Bären-Begegnungen

Dazu ist allerdings ausdrücklich zu sagen, dass diese Bären-Begegnung nicht im Sinne des Parks und seiner Betreiber gewesen ist. Schwarzbären (Ursus americanus) sind grosse Wildtiere (wenngleich deutlich kleiner und weniger aggressiv als der Grizzlybär (Ursus arctos horribilis)), die – insbesondere ein Weibchen, das seine Jungen schützt – einem Menschen ziemlich gefährlich werden können.

Deshalb sind im Sequoia- und den umliegenden Nationalparks Warntafeln und Verhaltens-Anweisungen für den Umgang mit Bären allgegenwärtig. Hier sind die wichtigsten – die im Übrigen auf alle Gebiete übertragen werden können, in welchen man Bären oder anderen grossen Raubtieren begegnen kann:

1. Bären sind Allesfresser und haben, besonders in von Touristen besuchten Parks, ein Faible für menschliche Nahrung und Abfälle. Bewahrt daher Nahrungsmittelvorräte, Abfälle und alles, was sonst noch einen Geruch hat, stets in geschlossenen Gebäuden oder speziellen, vom Park bereitgestellten, bärensicheren Stahlcontainern auf (auch die Abfalleimer im Park sind aus massivem Stahl mit einem schleusenartigen Verschluss). Schwarzbären können bei dem Versuch, an mögliche Nahrungsquellen zu gelangen, erheblichen Schaden anrichten – einschliesslich des Einbruchs in ein Auto!

Für den Fall einer Begegnung mit einem Bären:

2. Nähert euch dem Tier nicht – es könnte sich bedrängt fühlen und sich verteidigen wollen.

3. Wenn er sich euch nähert, versucht den Bären mit lauten Rufen und Geräuschen sowie Kieselstein-Würfen zu vertreiben – und haltet Abstand.

4. Haltet eure – besonders die kleinen – Kinder nahe bei euch, tragt sie bestenfalls.

„Unsere“ Bärin hat sich damals zweifellos uns genähert, und auf einem Holzsteg im Naturschutzgebiet mit möglicherweise sumpfigem Boden gestaltet sich das Ausweichen relativ schwierig. Zudem schien die Bärenmutter vollkommen friedfertig zu sein, sodass wir nicht riskieren wollten, sie durch einen lautstarken Vertreibungsversuch zu reizen. Ausserdem fällt es sehr schwer, eine derartige Beobachtungs- und Foto-Gelegenheit nicht zu nutzen… bei allem Herzklopfen, das ich dabei hatte.

Die herbeigeeilten Park-Ranger, die uns – inzwischen immerhin eine Gruppe von rund 20 Personen – und die Bären am Ende des Holzstegs in Empfang nahmen, waren von der Situation alles andere als begeistert. Sie haben den Wanderweg sofort gesperrt und einer Familie, die ihre Kinder zu nah an die Bärenjungen herangelassen hatte, eine gehörige Standpauke gehalten.

Fazit

Mit seinen einzigartigen Bäumen und seiner faszinierenden Tierwelt wird mir der Sequoia National Park stets in besonderer Erinnerung bleiben und steht hier als besonderer „Lieblingswald“ stellvertretend für viele andere wunderbare Wälder, die ich schon besuchen durfte. Das Gefühl der Ehrfurcht vor den gewaltigen Riesen-Mammutbäumen ist bereits eine weite Reise wert. Und mit etwas Glück sind hier selbst im erschlossenen Westen des Parks einzigartige Begegnungen mit Wildtieren möglich.

Und wenn du nun die Baumriesen ebenfalls besuchen möchtest:

Der Sequoia- und der angrenzende Kings Canyon National Park liegen ca. 300 bis 400 Kilometer nördlich von Los Angeles in der Sierra Nevada, das heisst im Hochgebirge im Bundesstaat Kalifornien, USA. Mit dem Auto ist der Park nur von Westen aus zugänglich. Ich empfehle den Besuch im Sommer, denn dann sind in der Regel alle Strassen und Wege offen und das Klima ist in den Bergen mild.

Wir haben am Vorabend unseres Besuches deshalb in der Ortschaft Three Rivers am Highway 198 Quartier bezogen und sind morgens auf eben dieser Strasse, die in den „Generals Highway“, die Hauptstrasse durch den Nationalpark, übergeht, in den Park hinauf gefahren. Wie für Hochgebirgs-Routen üblich ist die Strasse oft steil und kurvig, sodass die Durchfahrt mit dem Wohnmobil (Wagenlänge > 6,7 m) nicht empfohlen wird und auf Seitenstrassen teilweise sogar verboten ist.

Wir sind den Generals Parkway an einem Tag bis zum General Grant Grove im Nordwesten gefahren und haben den Park gegen Abend auf dem Highway 180 verlassen, um in Richtung Yosemite-Nationalpark Quartier zu nehmen. Wie so oft auf unserer Reise war dieser Zeitplan jedoch all zu eng gewählt – wer den Park näher erkunden und in den atemberaubenden Wäldern wandern möchte, dem sei ein mehrtägiger Besuch wärmstens empfohlen. Campingplätze und Lodges sind innerhalb des Parks vorhanden.

Nähere Informationen findest du auf der Homepage des National Park Service der vereinigten Staaten.

Und zum guten Schluss noch ein adventlicher Gruss vom wohl grössten Weihnachtsbaum der Welt:

(Bild: mit freundlicher Genehmigung von © Reto Lippuner)

Und wo liegt euer Lieblingswald? Habt ihr die Riesen-Mammutbäume vielleicht auch schon besucht? Oder habt es noch vor?